WordPress Redirect Loop – zu viele Weiterleitungen beheben
Statt der WordPress-Webseite erscheint plötzlich nur noch die Meldung «ERR_TOO_MANY_REDIRECTS» oder «Diese Seite funktioniert nicht – zu viele Weiterleitungen».
Ein sogenannter Redirect Loop entsteht, wenn eine Webseite Besucher immer wieder zwischen zwei oder mehreren URLs weiterleitet. Der Browser erkennt irgendwann, dass diese Weiterleitungsschleife kein Ende findet, und bricht den Aufruf ab.
Bei WordPress können dafür unterschiedliche Ursachen verantwortlich sein: falsche URL-Einstellungen, widersprüchliche HTTP- und HTTPS-Regeln, Weiterleitungsplugins, eine fehlerhafte .htaccess oder Einstellungen beim Hosting, CDN oder Reverse Proxy.

Was ist ein WordPress Redirect Loop?
Eine Weiterleitung ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches.
Wird beispielsweise:
http://beispiel.ch
automatisch auf:
https://beispiel.ch
weitergeleitet, ist das eine normale und gewünschte Weiterleitung.
Problematisch wird es, wenn anschliessend eine andere Regel die HTTPS-Adresse wieder auf die ursprüngliche URL zurückschickt.
Vereinfacht sieht eine solche Schleife so aus:
URL A → URL B → URL A → URL B → ...
Der Browser beendet diesen Vorgang nach mehreren Weiterleitungen und zeigt eine Fehlermeldung wie:
ERR_TOO_MANY_REDIRECTS
Die WordPress-Webseite muss dabei nicht grundsätzlich beschädigt sein. Häufig widersprechen sich lediglich zwei verschiedene Weiterleitungsregeln.
Häufige Ursachen für Redirect Loops bei WordPress
1. WordPress-Adresse und Website-Adresse stimmen nicht überein
Unter:
Einstellungen → Allgemein
verwendet WordPress zwei zentrale URL-Einstellungen:
- WordPress-Adresse (URL)
- Website-Adresse (URL)
Unterscheiden sich diese Werte unbeabsichtigt, kann WordPress zwischen verschiedenen Adressen hin- und herleiten.
Typische Unterschiede sind beispielsweise:
http://domain.ch
und:
https://domain.ch
oder:
https://www.domain.ch
und:
https://domain.ch
Ob eine Webseite mit oder ohne www betrieben wird, ist grundsätzlich nicht entscheidend. Wichtig ist jedoch, dass die gewählte Variante in der gesamten Konfiguration konsistent verwendet wird.
2. HTTP- und HTTPS-Weiterleitungen widersprechen sich
Eine besonders häufige Ursache für Weiterleitungsschleifen sind widersprüchliche SSL-Regeln.
Beispielsweise kann das Hosting alle HTTP-Aufrufe auf HTTPS umleiten, während WordPress oder ein Plugin gleichzeitig versucht, Anfragen auf eine andere Variante zurückzuleiten.
Solche Konflikte können entstehen durch:
- WordPress-Einstellungen
.htaccess-Regeln- Serverkonfiguration
- SSL-Plugins
- Weiterleitungsplugins
- CDN- oder Proxy-Einstellungen
Tritt ein Redirect Loop unmittelbar nach einer HTTPS-Umstellung auf, sollte dieser Bereich deshalb besonders genau geprüft werden.
3. CDN oder Reverse Proxy erkennt HTTPS nicht korrekt
Zwischen dem Browser und dem eigentlichen Webserver können weitere Systeme liegen, beispielsweise ein CDN oder Reverse Proxy.
Dabei kann die Verbindung des Besuchers bereits über HTTPS erfolgen, während die Anfrage intern anders an den WordPress-Server weitergegeben wird.
Erkennt WordPress dadurch die ursprüngliche HTTPS-Verbindung nicht korrekt, kann WordPress erneut auf HTTPS weiterleiten. Der vorgeschaltete Proxy verarbeitet diese Anfrage wiederum – und die Schleife beginnt von vorne.
In solchen Fällen liegt das Problem nicht zwingend bei WordPress selbst, sondern bei der Kommunikation zwischen den beteiligten Systemen.
4. Fehlerhafte .htaccess-Regeln
Auf Apache-Webservern können Weiterleitungen direkt in der .htaccess definiert werden.
Mehrere oder widersprüchliche Regeln können dort einen Redirect Loop verursachen.
Typische Auslöser sind:
- alte Weiterleitungen
- HTTP-auf-HTTPS-Regeln
- www-Weiterleitungen
- Regeln nach einem Domainwechsel
- Sicherheitsregeln
- manuell ergänzte Redirects
Gerade bei Webseiten, die bereits mehrfach umgezogen oder technisch angepasst wurden, können sich mit der Zeit mehrere Weiterleitungsregeln angesammelt haben.
Mehr dazu findest du in unserem Beitrag «WordPress-Fehler durch fehlerhafte .htaccess-Datei – Ursachen und Lösungen».
5. Redirect- oder SEO-Plugin verursacht eine Schleife
Plugins können ebenfalls Weiterleitungen erzeugen.
Das betrifft beispielsweise:
- Redirect-Plugins
- SEO-Plugins
- SSL-Plugins
- Sicherheitsplugins
- Mehrsprachigkeitsplugins
- Cache-Plugins
Ein typisches Beispiel:
Eine Weiterleitung führt von URL A auf URL B. Gleichzeitig existiert eine zweite Regel, welche URL B wieder auf URL A zurückleitet.
Beide Regeln funktionieren für sich betrachtet – gemeinsam erzeugen sie jedoch eine Endlosschleife.
6. Fehler nach Domainwechsel oder Migration
Redirect Loops treten häufig nach einem Umzug oder Domainwechsel auf.
Möglicherweise befinden sich noch alte Domainangaben in:
- der WordPress-Konfiguration
- der Datenbank
.htaccess- Plugins
- Serverregeln
- Cache-Systemen
Auch ein Wechsel von:
www.domain.ch
zu:
domain.ch
oder von HTTP auf HTTPS kann bestehende Weiterleitungsregeln beeinflussen.
Wenn der Fehler unmittelbar nach einer Migration auftritt, sollte deshalb zuerst geprüft werden, welche URL-Einstellungen und Weiterleitungen übernommen wurden.
7. Cache enthält alte Weiterleitungen
Weiterleitungen können auf verschiedenen Ebenen zwischengespeichert werden.
Dazu gehören:
- Browser-Cache
- WordPress-Cache
- Server-Cache
- CDN-Cache
Wurde eine fehlerhafte Weiterleitung inzwischen korrigiert, kann eine ältere Regel trotzdem noch aus einem Cache ausgeliefert werden.
Nach Änderungen an Redirects sollte deshalb auch der entsprechende Cache geleert werden.
8. Cookies verursachen Probleme beim WordPress-Login
Tritt die Weiterleitungsschleife ausschliesslich beim WordPress-Login auf, können auch Cookies oder Sessions beteiligt sein.
Ein Test in einem privaten Browserfenster oder das Löschen der Cookies für die betreffende Domain kann helfen, diese Ursache einzugrenzen.
Besteht das Problem nur beim Login, findest du weitere Informationen in unserem Beitrag «WordPress Login funktioniert nicht? Defekte Cookies oder Sessions als Ursache».
WordPress Redirect Loop beheben: So lässt sich die Ursache eingrenzen
Bei einem Redirect Loop sollte nicht wahllos eine Weiterleitung nach der anderen gelöscht werden.
Sinnvoller ist eine systematische Fehlersuche.
Prüfen, welche URLs betroffen sind
Zuerst sollte geklärt werden:
- Ist die komplette Webseite betroffen?
- Funktioniert nur der WordPress-Login nicht?
- Betrifft es nur einzelne Seiten?
- Tritt die Schleife nur bei HTTP oder HTTPS auf?
- Gibt es einen Unterschied zwischen www und ohne www?
Damit lässt sich häufig bereits erkennen, auf welcher Ebene der Konflikt entsteht.
WordPress-URLs kontrollieren
Wenn der Adminbereich noch erreichbar ist, sollten unter:
Einstellungen → Allgemein
die WordPress-Adresse und die Website-Adresse kontrolliert werden.
Besonders wichtig sind:
httpoderhttpswwwoder ohnewww- richtige Domain
- korrekter Pfad
Sind die Einstellungen falsch und der Adminbereich nicht mehr erreichbar, können die entsprechenden Werte je nach Situation auch über die WordPress-Konfiguration oder Datenbank geprüft werden.
Änderungen sollten jedoch nur vorgenommen werden, wenn klar ist, welche URL tatsächlich verwendet werden soll.
Browser-Cache und Cookies ausschliessen
Als einfacher erster Test kann die Webseite in einem privaten Browserfenster oder mit einem anderen Browser geöffnet werden.
Funktioniert sie dort, können gespeicherte Cookies oder Browserdaten eine Rolle spielen.
Besteht der Fehler auch dort, liegt die Ursache sehr wahrscheinlich auf der Webseite oder dem Server.
Plugins als Ursache prüfen
Wenn der Redirect Loop nach einer Plugin-Aktualisierung oder Konfigurationsänderung aufgetreten ist, sollte das entsprechende Plugin geprüft werden.
Besonders relevant sind Plugins für:
- Weiterleitungen
- SSL
- SEO
- Sicherheit
- Caching
Falls kein Zugriff auf den WordPress-Adminbereich möglich ist, können Plugins bei entsprechender Serverzugriffsberechtigung auch über das Plugin-Verzeichnis deaktiviert werden.
.htaccess und Server-Weiterleitungen kontrollieren
Auf Apache-Systemen sollte geprüft werden, ob die .htaccess mehrere oder widersprüchliche Redirect-Regeln enthält.
Zusätzlich können Weiterleitungen direkt beim Hosting oder in der Webserver-Konfiguration eingerichtet sein.
Eine wichtige Frage lautet deshalb:
Wo überall wird dieselbe Weiterleitung geregelt?
Wird HTTP beispielsweise bereits serverseitig auf HTTPS umgeleitet, ist eine zweite oder dritte Regel innerhalb von WordPress möglicherweise unnötig.
CDN und Proxy-Einstellungen prüfen
Wird ein CDN oder Reverse Proxy eingesetzt, muss geprüft werden, ob HTTPS und die ursprüngliche Domain korrekt an WordPress weitergegeben werden.
Besonders verdächtig ist dieser Bereich, wenn:
- die Webseite nach Aktivierung eines CDN nicht mehr funktioniert
- SSL-Einstellungen geändert wurden
- das Hosting einen Reverse Proxy verwendet
- der Fehler nur über die öffentliche Domain auftritt
Cache vollständig leeren
Nach Änderungen sollten alle beteiligten Cache-Ebenen berücksichtigt werden:
- WordPress-Cache
- Server-Cache
- CDN-Cache
- Browser-Cache
Sonst kann eine bereits korrigierte Weiterleitung weiterhin scheinbar aktiv sein.
Warum sollte man Weiterleitungen nicht einfach löschen?
Weiterleitungen erfüllen häufig einen wichtigen Zweck.
Sie sorgen beispielsweise dafür, dass:
- HTTP auf HTTPS umgeleitet wird
- alte URLs auf neue Inhalte führen
- eine bevorzugte Domainvariante verwendet wird
- nach einem Relaunch alte Links weiterhin funktionieren
Das pauschale Entfernen sämtlicher Weiterleitungen kann daher andere Probleme verursachen.
Entscheidend ist nicht, möglichst wenige Redirects zu haben, sondern widersprüchliche oder unnötige Regeln zu identifizieren.
Sind viele Weiterleitungen grundsätzlich schlecht?
Nein.
Eine Webseite kann zahlreiche legitime Weiterleitungen besitzen, ohne dass daraus ein Redirect Loop entsteht.
Problematisch sind vor allem:
- Weiterleitungsketten
- widersprüchliche Regeln
- unnötige Mehrfachweiterleitungen
- gegenseitige Redirects
Eine direkte Weiterleitung von einer alten auf eine neue URL ist normalerweise sinnvoller als mehrere Zwischenschritte.
WordPress Redirect Loop professionell beheben lassen
Bei einem Redirect Loop liegt die Herausforderung häufig darin, herauszufinden, welches System die jeweilige Weiterleitung auslöst.
Die Ursache kann in WordPress selbst liegen – sie kann aber genauso durch Plugins, .htaccess, Hosting, SSL-Konfiguration, Serverregeln oder einen vorgeschalteten Proxy entstehen.
Wenn deine WordPress-Webseite «ERR_TOO_MANY_REDIRECTS» anzeigt und du die Ursache nicht findest, unterstützen wir dich bei der systematischen Analyse und Fehlerbehebung.
WordPress Reparatur durch plan f:
Häufige Fragen zu WordPress Redirect Loops und Weiterleitungen
ERR_TOO_MANY_REDIRECTS bedeutet, dass eine WordPress-Webseite in einer Weiterleitungsschleife steckt. Eine URL leitet dabei wiederholt auf eine andere Adresse weiter, die anschliessend erneut zur vorherigen oder einer weiteren URL zurückleitet. Der Browser bricht diesen Vorgang schliesslich ab.
Häufige Ursachen sind widersprüchliche WordPress-URLs, HTTP- und HTTPS-Regeln, fehlerhafte .htaccess-Einträge, Redirect- oder SSL-Plugins sowie falsche Einstellungen bei einem CDN, Reverse Proxy oder Webserver.
Ja. Stimmen die WordPress-Adresse und die Website-Adresse nicht mit der tatsächlich verwendeten Domain, HTTPS-Konfiguration oder www-Variante überein, können sich widersprechende Weiterleitungen und damit ein Redirect Loop entstehen.
Ja. Auf Apache-Webservern können in der .htaccess Weiterleitungsregeln definiert sein. Widersprechen sich dort mehrere Regeln oder kollidieren sie mit Weiterleitungen von WordPress, Plugins oder dem Hosting, kann eine Endlosschleife entstehen.
Ja. Wenn verschiedene Systeme gleichzeitig HTTP auf HTTPS umleiten oder WordPress eine HTTPS-Verbindung hinter einem Proxy nicht korrekt erkennt, können widersprüchliche Weiterleitungen entstehen. Deshalb sollten SSL-, Server-, CDN- und WordPress-Einstellungen gemeinsam geprüft werden.
Ja. Besonders Redirect-, SEO-, SSL-, Cache-, Sicherheits- und Mehrsprachigkeitsplugins können Weiterleitungen beeinflussen. Zwei sich widersprechende Regeln können dazu führen, dass URLs gegenseitig aufeinander weiterleiten.
Manchmal. Insbesondere bei Weiterleitungsschleifen im WordPress-Login können veraltete Cookies oder Sessions eine Rolle spielen. Tritt der Fehler jedoch in verschiedenen Browsern und auch im privaten Modus auf, liegt die Ursache wahrscheinlich in WordPress, der Serverkonfiguration oder einem vorgeschalteten System.
Prüfe zuerst, welche URLs betroffen sind. Kontrolliere anschliessend die WordPress- und Website-Adresse, HTTPS- und www-Einstellungen, Plugins, .htaccess, Server-Weiterleitungen sowie CDN- oder Proxy-Konfigurationen. Nach Änderungen sollten zudem alle relevanten Cache-Ebenen geleert werden.

